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Das offizielle Portal des Naturparks Steinhuder Meer

Lebensraum Naturpark Steinhuder Meer

Tiere im Naturpark

Es quakt, trompetet und schnattert im Naturpark. Manch einer der tierischen Bewohner ist gar lautlos unterwegs. Wer genau hinschaut, der kann am Himmel den Seeadler erspähen, die ungefährliche Ringelnatter im Moor oder den gut getarnten und nicht gerade leisen Laubfrosch in den Meerbruchswiesen.

Es gibt aber noch viele weitere Arten. Einige sind kaum zu übersehen und so manche leben im Verborgenen. Kurzporträts für eine kleine Auswahl an Tieren im Naturparkgebiet:

Der Seeadler

Ein eleganter Segler

Ein Seeadler fliegt und hat den Kopf zum Betrachter geneigt. © Bernhard Volmer, Naturpark Steinhuder Meer

Der Seeadler ist an große Gewässer gebunden, es gibt ihn also an Küsten, großen Seen und an Flüssen

Der Seeadler ist mit einer Spannweite von bis zu 2,40 m Deutschlands größte, brütende Greifvogelart. Einst massiv verfolgt, erholt sich der Bestand aufgrund verschiedenster Schutzmaßnahmen. Auch im Naturpark brüten die eleganten Segler wieder. Auf ihrem Speiseplan stehen Fische, Wasservögel, Säugetiere aber auch Aas. Ende Februar / Anfang März beginnt die Brutzeit von ca. 40 Tagen. War sie erfolgreich, starten etwa vier Monate später die Jungtiere zu ihren ersten Kurzflügen.

Der Fischadler

Ein geschickter Jäger

Ein Fischadler fliegt mit einem Fisch in seinen Klauen. © Wilfried Rave

Fischadler mit Beutefisch

Der schlanke Fischadler ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,70 m so etwas wie der "kleine Bruder" des Seeadlers. Seinen Namen verdankt er seiner Ernährung: Der Raubvogel frisst hauptsächlich Fisch. Als Zugvogel ist er von März bis Oktober zu Gast am Steinhuder Meer, er überwintert in Afrika oder Südostasien. Ab April brütet er gut einen Monat. Die Jungtiere unternehmen im Juli die ersten Flugversuche.

Die Ringelnatter

Ungiftig und wasserliebend

Eine Schlange der Art Ringelnatter auf einem Stück Holz. © Bernd Wolter

Ringelnattern regulieren ihre Körpertemperatur über ihr Verhalten. Dafür brauchen sie strukturreiche Lebensräume, die viele unterschiedliche Temperaturen bieten.

Die für den Menschen ungefährliche Ringelnatter ist sowohl an langsam fließenden Gewässern als auch an Seen und Teichen, in Sümpfen und Feuchtwiesen anzutreffen. Eindeutig zu erkennen ist sie an den gelb gefärbten Halbmonden am Hinterkopf. Ansonsten ist die Ringelnatter meist hell- bis dunkelgrau und wird  80 bis 120 Zentimeter lang. Die Schlangen ziehen sich im Herbst in ihre Winterquartiere zurück, die sie im März oder April wieder verlassen. Bevorzugte Quartiere sind Waldränder oder Komposthaufen. Auf dem Speiseplan der Ringelnatter stehen vor allem Fröschen und Kröten, Molche und Kaulquappen sowie kleinere Fische. Gelegentlich ernähren sie sich auch von Mäusen und Schnecken.

Die Kreuzotter

Eine Sonnenanbeterin

Die Kreuzotter ist Deutschlands einzige Giftschlange. Für den Menschen wird sie selten zum Problem. Denn sie ist sehr scheu, meist ist sie bereits ins nächstbeste Dickicht geflüchtet bevor man sie zu sehen bekommt. Die Kreuzotter jagt vor allem Mäuse, Eidechsen und Frösche, die sie mit einem gezielten Biss tötet. Die Schlange verschluckt ihre Beute vollständig, meistens mit dem Kopf voran.

Ihren Namen hat die Kreuzotter von dem deutlichen, dunklen Zickzack-Band auf ihrem Rücken. Sie wird meist 60 bis 80 Zentimeter lang. Kreuzottern sind gute Schwimmer. Sie leben in Mooren, auf feuchten Wiesen mit vielen Büschen, auf Heideflächen, an Waldrändern und auf Waldlichtungen. Morgens und am späten Nachmittag sucht sie geeignete Sonnenplätze auf und sonnt sich.

Der Wasserbüffel

Sanfte Landschaftspfleger

Wasserbüffel am Rand einer Tränke liegend © Region Hannover

Wasserbüffel

Wasserbüffel sind Nachfahren des Indischen Wildbüffels. Im Mittelalter wurden sie nach Europa eingeführt als Zugtier, Fleisch- und Milchlieferant. In den Meerbruchwiesen jedoch werden die sanften, schwarzbraunen Tiere seit 2003 als Landschaftspfleger eingesetzt. Dank ihrer weit gespreizten Hufe kommen die Tiere auch auf nassen Böden zu Recht. Die genügsamen Wasserbüffel lieben Schlammbäder und grasen an den Ufern der Tümpel. So halten sie die Wasserflächen als Lebensraum für Amphibien und Wasserinsekten frei. Auch Wat- und Wasservögel schätzen dieses Mosaik verschiedener Biotope. Hier finden sie die Bedingungen vor, die sie für die Nahrungssuche, Fortpflanzung oder Aufzucht brauchen.

Der Laubfrosch

Klein aber oho

Ein grüner Laubfrosch sitzt auf einem grünen Blatt und nimmt ein Sonnenbad, seine Haut glänzt dabei im Sonnenschein. © Wilfried Rave

Europäischer Laubfrosch beim Sonnenbad

Den nur 3-5 cm großen, grasgrünen Frosch kann man leicht übersehen. Dafür sind seine Balzrufe im April / Mai weit hörbar: Sie können beeindruckende 90 Dezibel erreichen – etwa so laut wie ein Autohupen. Den Sommer verbringen die Tiere auf Bäumen und Büschen, die sie dank Haftscheiben an Fingern und Zehen gut erklimmen können. Eine Wettervorhersage lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Nachdem der Laubfrosch Ende der 1970er Jahre sein letztes Laichgewässer im Meerbruch verlor, starb er dort aus. 2015 konnte er erfolgreich wieder angesiedelt werden und hat sich inzwischen weit über die Grenzen des Meerbruchs ausgebreitet. Eine Tafel am Laubfroschtümpel informiert über das Wiederansiedelungsprojekt.

Der Kiebitz

Gaukler der Lüfte

Vögel auf einer Wiese © Region Hannover

Kiebitze im Hastbruch

Der 30 cm große Kiebitz mit seiner kecken zweizipfligen Haube gehört zu den Watvögeln. Andernorts ein Zugvogel, finden die im Meerbruch heimischen Kiebitze auch im Winter ausreichend Nahrung auf den überstauten Wiesen und bleiben so ganzjährig hier. Im Frühjahr kann man sie bei ihren eindrucksvollen, schaukelnden Balzflügen beobachten. Auf Grund dieses Flugstils nennt man den Kiebitz auch Gaukler der Lüfte. Während der Balz ist sein Ruf schon von weitem zu hören: ein sich ständig wiederholendes kiwit-kiwit. Kiebitze brüten ihr Leben lang mit einem Partner. Die Nester befinden sich am Boden und sind deshalb mehr Gefahren ausgesetzt als die Nester anderer Vögel in Bäumen und Sträuchern.

Die Biene

kommuniziert durch tanzen

Bienen, die durch ein Loch in einem Holzkasten krabbeln bzw. auf dieses Loch zu fliegen © Olaf Radcke / fotolia.com

Honigbienen beim An- und Abflug an einem Bienenstock

Bei den Bienen handelt es sich um eine recht große Gruppe mit sehr unterschiedlichen Arten. Viele davon leben im Gegensatz zur Honigbiene solitär und werden unter dem Begriff Wildbienen zusammengefasst. Nicht so die wohl bekannteste aller Bienenarten – die Honigbiene.

Honigbienen leben als ein Volk zusammen, das aus einer Königin besteht, die die Eier legt und den Arbeiterinnen, die das Nest bauen, Nektar sammeln und die geschlüpften Larven zu Bienen großziehen. Arbeiterinnen leben zwischen zwei und neun Monaten, Königinnen können bis zu vier Jahre alt werden. Um den anderen Bienen zu zeigen, wo es viele Blüten und guten Nektar gibt, führen die Bienen einen Tanz auf.

Übrigens: Nur die weiblichen Tiere haben einen Stachel mit Widerhaken, den sie zur Verteidigung einsetzen. Hat die Biene einen Menschen gestochenen, bleibt der Stachel stecken. Dadurch wird die Biene schwer verletzt und stirbt.

Die Hummel

Haarige Sammlerin

Erdhummel an einem Weidenkätzchen © W. Neumayer

Erdhummel

Wichtiger als man denkt: Die Hummel ist neben der Biene eins der wichtigsten Insekten, um Pflanzen zu bestäuben. Erkennbar ist die Hummel an der orange-schwarzen Färbung und ihrem relativ großen und behaarten Körper. Eine Hummel hat drei Millionen Haare, genauso viele wie ein Eichhörnchen. Wie bei einigen anderen Insektenarten auch gibt es in einem Hummelvolk eine Königin, die die Eier legt, und Arbeiterinnen, die das Nest ausbauen und den Nektar sammeln. Im Herbst sterben die Arbeiterinnen und die alte Königin eines Hummelvolkes und nur die Jungköniginnen überleben, um nach dem Überwintern im nächsten Jahr ein neues Hummelvolk zu gründen.

Die Trichterspinne

Geschickte Weberin

Den Namen bekommt die Trichterspinne von ihrer Netzform: Zwischen Gräsern oder Büschen gespannt oder in Mauernischen versteckt sind die Netze trichterförmig gewebt. In der Mitte des Netzes befindet sich eine Wohnhöhle, in der die Trichterspinne die meiste Zeit verbringt und die sie nur zur Paarung verlässt oder wenn sich Beute im Netz verfängt. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die langen, behaarten Beine der Spinne – 8 sind es an der Zahl, Insekten dagegen haben 6 Beine.

Der Moorfrosch

Die Männchen machen blau

Blaue Frösche in einem Gewässer © Region Hannover

Während der Laichzeit im März und April nehmen die männlichen Moorfrösche eine blaue Farbe an.

Der Moorfrosch ist in Mooren, Sümpfen und Nasswiesen zuhause. Moorfrösche werden zwischen 5 und 8 cm groß, sind braun gefärbt und haben oft dunkelbraune bis schwarze Streifen oder Flecken an ihren Seiten. Zur Paarungszeit zwischen März und April passiert jedoch etwas Besonderes: die männlichen Moorfrösche färben sich leuchtend blau – um der Damenwelt zu imponieren.

Durch die Trockenlegung vieler Moore verkleinert sich der Lebensraum der Moorfrösche immer mehr. Dadurch gehen die Bestände stark zurück, weswegen der Moorfrosch zu den streng geschützten Tierarten gehört.

Die Moorente

wieder heimisch

Flache und ruhige Gewässer sind der bevorzugte Lebensraum der Moorente. Während bei anderen Enten- und Vogelarten sich das Erscheinungsbild von Männchen und Weibchen oft sehr stark unterscheidet, gibt es bei Moorenten nur ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal: die Augenfarbe. Bei den Weibchen sind die Augen braun, bei den Männchen sind sie strahlend weiß.

Die Moorente war ehemals eine in Niedersachsen natürlich vorkommende Art. Seit 2012 läuft ein Projekt zur Wiederansiedlung – mit Erfolg: Am Steinhuder Meer kann man die Moorente bereits wieder beobachten. 2015 konnten die ersten in freier Natur geborenen Küken beobachtet werden.

Die Mosaikjungfer

Schillernde Schönheit

Die Mosaikjungfern gehören zu den Edellibellen und haben eine Flügelspannweite  bis zu 11 cm. Damit gehört die Mosaikjungfer zu den Großlibellen. Der bis zu 8 cm lange Körper ist hauptsächlich graubraun gefärbt mit leuchtend grünen, blauen oder gelben Punkten. Mosaikjungfern leben an den Ufern von langsam fließenden oder stehenden Gewässern.

Bei der Suche nach einer Partnerin bleibt das Männchen häufig in einem Rüttelflug stehen. Nach der Paarung legt das Weibchen ihre Eier ins Wasser oder in Wassernähe ab. Es dauert zwischen zwei und drei Jahren, bis sich die Larve zu einer Libelle entwickelt hat.

Kleiner Moorbläuling

Macht Ameisen etwas vor

Der Schmetterling mit einer Flügelspannweite von knapp 4 cm kommt in Deutschland nur noch an den Alpenrändern und im norddeutschen Flachland vor. Er ist sehr selten und vielerorts schon verschwunden. Wie sein Name verrät, sind die Flügel des Moorbläulings auf der Oberseite blau gefärbt, auf der Unterseite jedoch gräulich mit schwarzen Flecken. Aber auch sein anderer Name verrät viel über diesen Schmetterling: Lungenenzian-Ameisenbläuling. Der Schmetterling pflegt eine besonders enge Beziehungen zur Moorpflanze: Die Blüten des Lungenenzians dienen ihm als Nahrungsquelle sowie zur Eiablage. Nach mehreren Häutungen lässt er sich als Larve von der Pflanze fallen und von Ameisen in ihr Nest tragen und füttern. Die Ameisen halten die Schmetterlingslarven für ihre eignen Nachkommen. Gut umsorgt verbringt er dort die Zeit bis zu seiner Verwandlung zum Schmetterling.