Die Tiere, Abbildzüchtungen des 1627 ausgestorbenen Auerochsen, versehen auf ihrer Weide bei Schneeren einen wichtigen Job. Die Heckrinder tragen als ‚Landschaftsgärtner‘ zur Pflege des Grünlandes im Naturschutzgebiet Totes Moor bei. Sie helfen durch Abweidung unerwünschte botanische Eindringlinge zurückzudrängen.
Beweidung erfolgreich – Späte Traubenkirsche auf dem Rückzug
Seit 2016 sind die Heckrinder im Naturschutzgebiet Totes Moor mit Erfolg im Einsatz. So sind die Weiden wieder offen und bieten zahlreichen Pflanzenarten und Insekten Lebensraum. Ein wichtiger Erfolg war dabei das Zurückdrängen der Späten Traubenkirsche, deren Blätter und Zweige von den Tieren abgeweidet wurden. Diese Arbeit müsste ansonsten arbeitsintensiv und teuer in Handarbeit entfernt werden. Heimischen Gehölze werden von den Heckrindern nicht abgeweidet.
Traubenkirschen bei Schneeren – die Spätblühende Traubenkirsche stammt aus Nordamerika. In Europa zählt sie zu den problematischen Neophyten.
Hintergrund
Wie in ganz Norddeutschland breitet sich die Späte Traubenkirsche (Prunus serotina) auch im neuen Naturschutzgebiet Totes Moor aus. Diese aus Nordamerika eingeschleppte Pflanzenart bildet sehr dichte Bestände. Gerade in Naturschutzgebieten wie dem Toten Moor, die Rückzugsräume für viele bedrohte Arten sind, ist das auch als "Waldpest" bekannte Rosengewächs eine existentielle Bedrohung für die heimische Artenvielfalt.
Dies war der Anlass für das 2015 von der Region Hannover und der Serengeti-Park Stiftung gestartete Projekt: Beide Aufgaben, die Pflege der Grünländer sowie die Bekämpfung der Späten Traubenkirsche durch Verbiss sollen in einem Teil des Naturschutzgebietes Totes Moor durch Heckrinder erfolgen. Die durchschnittlich 500 bis 800 Kilogramm schweren Pflanzenfresser sind besonders geeignet für eine Beweidung auch in den Wintermonaten, da sie sehr robust und genügsam sind. In artgerechter Haltung vertragen sie Kälte und Schnee sehr gut.
Die Flächen des Beweidungsprojektes wurden von der Region Hannover erworben. Im Juni 2016 Jahres zogen dann drei Kühe und zwei Kälber auf die Flächen. Kurz danach folgte Bulle Ludger aus der Oranienbaumer Heide. Die Betreuung der Tiere hatte der Schneerener Landwirt Stephan Ruhnow-Thieße übernommen, der durch seinen Bison- und Milchkuhbetrieb Erfahrung mit Großtieren besitzt.
Der Nordrand des Naturschutzgebietes Totes Moor ist vom Übergang des Hochmoores in die höher liegende Sandgeest mit eingestreuten landwirtschaftlichen Nutzflächen geprägt. Der Erhalt dieses vielfältigen und besonders artenreichen Lebensraumes erfordert eine Pflege, insbesondere die der Grünlandflächen. Neben der maschinellen Bearbeitung bietet sich extensive Beweidung für den Erhalt einer abwechslungsreichen und kleinräumigen Offenlandschaft an, in der möglichst viele Arten einen Lebensraum finden.
Ehemalige Ackerflächen wurden mit einer artenreichen heimischen Saatgutmischung eingesät und eingezäunt. Dort sind die Heckrinder nun aktiv.
Die ganzjährige Beweidung ist ein gemeinsames Projekt der Region Hannover mit der Serengeti-Park Stiftung unter wissenschaftlicher Begleitung. Da das Projekt erfolgreich ist, sollen die Heckrinder weitere Flächen pflegen – im Dienste der Artenvielfalt.
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