Das offizielle Portal des Naturparks Steinhuder Meer

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Neustadt am Rübenberge aus der Luft, die Leine und Schloss Landestrost sind gut zu erkennen. © Jochen Knobloch

Stadt, Land, Fluss und Schloss

Von B wie Bad Rehburg bis W wie Wunstorf

Städte und Gemeinden im Naturpark

In allen Himmelsrichtungen des Steinhuder Meeres und im Gebiet des Naturparks liegen Kommunen mit Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten.

Wunstorf im Südosten

Am südöstlichen Rand des Naturparks, unweit des Steinhuder Meeres, liegt in der Region Hannover die Stadt Wunstorf mit ihrer malerischen Altstadt. Ein besonderes Schmuckstück: die sorgfältig restaurierten Fachwerkhäuser der Wasserzucht. Überregional bekannt sind die beiden romanischen Kirchenbauten: die Stiftskirche, eine dreischiffige Gewölbebasilika mit Westturm aus dem 11. Jahrhundert, und die Sigwardskirche in Idensen, die wegen ihrer Architektur und der im Original erhaltenen Ausmalung als eine der bedeutendsten sakralen Kleinbauten der Romanik gilt. In Wunstorf befindet sich auch der Fliegerhorst Wunstorf mit dem dort stationierten Lufttransport-Geschwader als größter fliegender Verband der Luftwaffe.

Die Badeinsel im Steinhuder Meer, aufgenommen aus der Luft. Die kleine Insel ist mit Gras und Bäumen bewachsen, es gibt eine kleine Bucht ist mit hellem, weißen Sandstrand. Ein Steg verbindet die Badeinsel mit dem Festland. © Region Hannover, Langreder

Luftaufnahme der Badeinsel Steinhude

Direkt am Südufer des Steinhuder Meeres liegt Steinhude, ein Ortsteil von Wunstorf. Einst ein kleines beschauliches Fischerdorf, ist Steinhude heute bekannt als Erholungsort im Naturpark Steinhuder Meer. Neben Sonne, Strand und Meer hat der Ort mit den Steinhuder Museen, Aalräuchereien, dem Schmetterlingsgarten und dem historischen Scheunenviertel einiges zu bieten. Zahlreiche Veranstaltungen wie das Straßenfest "Fischerkreidag" oder das Feuerwerk-Spektakel "Steinhuder Meer in Flammen" locken tausende Gäste an. Ein anderer im Naturpark gelegener Stadtteil von Wunstorf ist die Ortschaft Großenheidorn: Das alte Bauerndorf liegt in einer reizvollen Wiesenlandschaft und gehörte früher, wie auch Steinhude, zu Schaumburg-Lippe. Direkt am Steinhuder Meer gelegen prägen auch Segelvereine und Wochenendhaussiedlungen den Ort. Über die Regionsgrenzen hinaus ist die erfolgreiche Damen- und Herren-Handballmannschaft MTV Großenheidorn bekannt.

Das angrenzende Hagendorf Klein Heidorn trägt wegen seiner zahlreichen Kirschbäume den Spitznamen "Kirschendorf". Die Frucht ist auch Bestandteil des Wappens.

Bei Sonnenschein leuchtet weithin sichtbar das "Wahrzeichen" von Mesmerode und Bokeloh: der Kaliberg. Das Unternehmen K+S Kali fördert hier mit seinem Werk Sigmundshall Kalium- und Magnesiumsalze und ist gleichzeitig einer der größten Arbeitgeber Wunstorfs. Die Abraumhalde des Kalischachtes wird auch liebevoll "Kalimandscharo" genannt. Nach der Erschließung des Kalischachtes wurde 1905 die Strecke Wunstorf – Bokeloh – Mesmerode der Steinhuder Meer-Bahn eröffnet, auf der heute jährlich über 300.000 Tonnen an Kali und Salz transportiert werden.

Neustadt am Rübenberge im Osten

Im Osten an der Naturparkgrenze direkt an den Ufern der Leine liegt Neustadt am Rübenberge. Ein erheblicher Teil des 357 Quadratkilometer großen "Neustädter Landes" gehört zum Naturpark Steinhuder Meer. Seine faszinierenden Übergänge von Wald und Moor, Heide und Marsch, Hügeln und Feldern machen es zu einem beliebten Gebiet für Wanderungen und Radtouren. Neben der attraktiven Altstadt ist das im Stil der Weserrenaissance erbaute Schloss Landestrost einen Ausflug wert. Hier befindet sich noch heute die nördlichste Sektkellerei Deutschlands, der Familienbetrieb Duprès und Co. Im Ortsteil Mardorf, dem staatlich anerkannten Erholungsort am Nordufer des Steinhuder Meeres, kommen sowohl Natur- als auch Sportbegeisterte auf ihre Kosten. Eine vier Kilometer lange Uferpromenade durch reizvolle Waldlandschaft lädt zum Spazierengehen ein, und am Bade- und Surfstrand "Weiße Düne" lässt sich maritimes Flair erleben. Zwischen dem Grinderwald im Nordwesten und dem Toten Moor im Süden liegt, eine S-Bahnstation von der Kernstadt Neustadt entfernt, das Dorf Eilvese. Berühmt wurde es durch seinen 260 Meter hohen Überseesender. Der "Funkenturm" war bis zu seinem Abriss 1931 das höchste Bauwerk Deutschlands.

Das Nachbardorf Himmelreich bildet zusammen mit dem Dorf Empede die Ortschaft Empede-Himmelreich. Der Name kommt einer Legende nach daher, dass Reisende durch das düstere Moor das Dorf mit der Poststation als "das Himmelreich" bezeichnet haben sollen. Zu Weihnachten wird hier die Post von Kindern an den Weihnachtsmann beantwortet. Der Ort Mariensee ist von alters her untrennbar mit dem Kloster verbunden. 1207 von den Zisterziensern gegründet ist das heutige evangelische Frauenkloster ein Zentrum geistlichen, geistigen und kulturellen Wirkens. Hier finden Ausstellungen, Vorträge, Seminare, Konzerte und Kurse statt. Kräutergärten, ein Klostermuseum und das Klahn-Museum befinden sich ebenfalls auf dem Gelände. Ein Denkmal vor dem Pfarrhaus erinnert zusammen mit einer Gedenkstätte an den wohl berühmtesten Sohn des Ortes: den Dichter Ludwig Ch. H. Hölty.

Vor den nordöstlichen Ausläufern des Grinderwaldes liegen die Dörfer Hagen, durch das ein gleichnamiger Bach in Richtung Leine fließt, Nöpke und Borstel, beide ehemals im Besitz des Klosters Mariensee. In Sichtweite voneinander stehen vor Borstel zwei Windmühlen: eine Bockwindmühle in Richtung Hagen und eine Galerieholländerwindmühle in Richtung Nöpke. Auf dem Geestrücken nördlich des Steinhuder Meeres liegt das Heidedorf Schneeren, ein weiterer Stadtteil von Neustadt. Das charakteristische "Haufendorf" markiert den äußersten Rand der Südheide, der Grinderwald bildet die nördliche Grenze des Dorfes.

Am Rand des Wunstorfer Moors südlich von Neustadt liegt der Ort Poggenhagen. Der Name ergibt sich aus Pogge (Frosch) und Hagen (Wald). Der zugehörige Ortsteil Moordorf war einst eine Moorkolonie. Seine Bewohnerinnen und Bewohner stachen im Sommer Torf, betrieben Landwirtschaft und arbeiteten im Herbst und Winter auf dem Gut Poggenhagen. Heute veranstaltet hier der Verein "KulturGut Poggenhagen" zahlreiche Konzerte und Ausstellungen.

Landkreis Nienburg/Weser im Nordwesten

Der nordwestliche Teil des Naturparks liegt im Landkreis Nienburg/Weser. In der Samtgemeinde zwischen Nienburg und Grinderwald stand in der Gemeinde Linsburg einst ein welfisches Jagdschloss, von dem heute nur noch wenige Spuren zeugen. Auf den Weiden und Wiesen rund um den Ort in der Samtgemeinde Steimke sieht man auffallend viele Pferde: Der Ort gilt als "pferdeverrückt".

Lokale Radrouten wie die Spargeltour und die Münchhausen-Tour, aber auch die Große Weserland Radroute und die Königstour verlaufen durch die Gemeinden Husum und Landesbergen mit den Ortsteilen Bolsehle und dem "Golddorf" Brokeloh, Teile der noch jungen Samtgemeinde Mittelweser. Nach dem Sieg im Bundeswettbewerb 2004 darf sich das Dorf Brokeloh mit seinen malerischen Fachwerkhäusern zu Recht "schönstes Dorf Deutschlands" nennen. Bei dem Brokeloher Schloss handelt es sich um ein Rittergut aus dem 16. Jahrhundert, das als ehemalige Wasserburg von Clamor von Münchhausen erbaut wurde. Drei alte Eichen mit einem Durchmesser von fast zwei Metern und der wohl kleinste Ausstellungsraum, eine ehemalige Telefonzelle, sind ebenfalls sehenswert.

Nahe dem Steinhuder Meer und unweit der Weser liegt Rehburg-Loccum, eine der größten Städte im Landkreis Nienburg/Weser. Idyllisch schmiegen sich ihre fünf Ortsteile an den Naturpark Steinhuder Meer. Vom Wilhelmsturm reicht der Blick bis weit über die Rehburger Berge hinaus. An der Grenze zum Naturpark machen in Loccum das mittelalterliche Zisterzienserkloster und das Web- und Textilmuseum einen Besuch lohnenswert. Lebendige Stadtgeschichte können die Besucherinnen und Besucher auch in Rehburg im Heimatmuseum erleben. Das Stadtbild ist geprägt von den Bauten im einst ein wenig belächelten "Zuckerbäckerstil" der Bauherren Meßwarb. Um 1900 entstanden, verleihen sie heute dem Ort einen ganz besonderen Charme.

Die Meerbruchwiesen bei Winzlar, die sogenannten "Schwimmenden Wiesen", reichen bis an das Steinhuder Meer. Das Team der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer e. V. bietet geführte Wanderungen und Radtouren durch das sensible Vogelbiotop an. Nicht unweit haben vor Millionen von Jahren Dinosaurier ihre Spuren im Sand hinterlassen. Ihre Fährten sind heute ein weltberühmtes Naturdenkmal und Teil des Dinosaurier-Parks in Münchehagen. In Rehburg-Loccums kleinstem Ortsteil Bad Rehburg lebt die Zeit der Romantik in den historischen Kuranlagen wieder auf. Hier weilte bereits die hannoversche Königin Friederike zur Badekur. Die "Romantik Bad Rehburg" ist heute ein Kulturzentrum mit Museum, Ausstellungen, Konzerten und Kleinkunst. Großzügige Parkanlagen und die historischen Promenaden, die sich durch die Rehburger Berge ziehen, laden zum Flanieren ein.

Landkreis Schaumburg im Süden

Der südliche Teil des Naturparks vom Südufer des Steinhuder Meeres bis zu den Rehburger Bergen gehört zur Samtgemeinde Sachsenhagen im Landkreis Schaumburg. Hier liegt der Flecken Hagenburg, dessen Schlossanlage lange Zeit als Sommersitz des Hauses Schaumburg-Lippe diente. Der umliegende Landschaftspark mit altem Baumbestand ist mit dem Steinhuder Meer durch einen 1,2 Kilometer langen, künstlich geschaffenen Wasserweg, den Hagenburger Kanal, verbunden. Auf dem Lehrpfad des Hagenburger Moorgartens lässt sich die spezifische Moorlandschaft erkunden. Dass die Gegend um das Steinhuder Meer bereits in der Steinzeit besiedelt wurde, beweisen Funde von Feuersteinen unter anderem im Raum Altenhagen.

Der Höhenrücken der Rehburger Berge diente ehemals als Verbindungsweg zwischen den moorigen Niederungen. Hier liegen die Ortschaften Wiedenbrügge, Schmalenbruch und Bergkirchen der Gemeinde Wölpinghausen sowie Düdinghausen, ein Ortsteil der Gemeinde Auhagen. Die Bahnstrecke der Steinhuder Meer-Bahn durch Schmalenbruch und Wiedenbrügge brachte wirtschaftlichen Aufschwung und zunehmend auch Fremdenverkehr in die kleinen Orte. Die ehemalige Bahntrasse ist heute ein idyllischer Rad- und Wanderweg.