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Das offizielle Portal des Naturparks Steinhuder Meer

Lebensraum Naturpark Steinhuder Meer

Pflanzen im Naturpark

Es wächst und sprießt allerortens. So abwechslungsreich wie die Landschaften so vielfältig ist auch die Pflanzenwelt im Naturpark. Torfmoos und Wollgras prägen die Moore, im Frühjahr erblühen auf den Meerbruchswiesen das Wiesenschaumkraut und leuchtend gelb die Sumpfdotterblumen, in den feuchten Ufern des Steinhuder Meeres wachsen Schwertlilie und Drachenwurz.

Darunter sind Spezialisten, die sich an extreme Standorte angepasst haben und Allrounder, die fast überall zurecht kommen. Hier eine Auswahl an Pflanzen im Naturparkgebiet:

Torfmoos

Kleine Pflanze ganz groß

Torfmoose wachsen in einem Feuchtgebiet. © Kirsch, Region Hannover

Torfmoose leben überwiegend in Mooren und Feuchtheiden. Durch die Zerstörung dieser Lebensräume sind auch die Moose stark gefährdet.

Torfmoos ist der Baumeister der Moore. Die Pflanzen haben keine Wurzeln und ernähren sich von Regenwasser. Wie ein Schwamm lagern sie das bis zu 20fache ihres Volumens an Wasser ein. Sie sind in der Lage, auch geringste Konzentrationen von Nährstoffen aufzunehmen und entziehen diese ihrer Umgebung. Dadurch steigt der Säuregehalt im Moor. Während die Pflanze an der Spitze weiter wächst, stirbt sie unten ab. Die abgestorbenen Pflanzenteile schichten sich mit der Zeit zu Torf auf und bilden einen schwingenden Untergrund.

Torfmoose sind ein Hauptbestandteil fast aller Blumenerden, wofür Moore zerstört werden. In Deutschland gibt es etwa 35 grün, rot und gelblich schimmernde Arten. Ihre genaue Bestimmung ist sehr schwierig.

Sonnentau

Hat auch Insekten auf dem Speiseplan

Pflanze mit Klebedrüsen besetzten Blätter. © Region Hannover

Sonnentau mit Blüte

Nährstoffe im Moor sind knapp. Der Sonnentau hat sich eine zusätzliche Nährstoffquelle erschlossen. An seinen Blättern sitzen lange klebrige Drüsenhaare, auch Tentakeln genannt. Mit ihnen fängt der Sonnentau Insekten. Klebt ein Insekt fest, krümmen sich die Tentakeln zur Blattoberfläche und drücken die Beute gegen kürzere Drüsenhaare. Diese sondern Verdauungsenzyme ab, so kann die Pflanze das Tier zersetzen und die so gewonnen Nährstoffe aufnehmen. Mit diesem "Trick" kann der Sonnentau auf dem Extremstandort "Moor" gedeihen.

Wollgras

In einer Moorlandschaft trägt Wollgras weiße Faserbüschel. © Carola Faber

Wollgras im fruchtenden Zustand

Moorpflanze mit Wattebausch

Die faserigen Halme des Wollgrases sind ein wichtiger Torfbildner. Da die Pflanze nur wenige Nährstoffe benötigt, kann sie in sauren Hochmooren oder in feuchten Wäldern gedeihen, solange sie genug Sonne bekommt. Das Wollgras wächst bis zu 70 cm hoch. Die namensgebenden weißen Büschel an der Spitze des Wollgrases sind nicht die Blüten des Wollgrases, sondern schon die Früchte. Früher wurden die Büschel als Ersatz für Watte oder auch zum Füllen von Kissen verwendet.

Besenheide

Lila Pracht

Die Besenheide ist in Mittel- und Nordeuropa verteilt. Wenn sie wächst, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Boden säurehaltig ist, wie etwa in Mooren oder Heidegebieten. Die Besenheide wächst sehr langsam, kann dafür aber bis zu 40 Jahre alt werden. Die Blüten sind dunkelrot bis lila gefärbt. Ihr Nektar ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge, da er einen hohen Zuckergehalt hat. Aber auch Schafe fressen die Besenheide gern.

Rauschbeere

Vorsicht: Verwechslungsgefahr!

Die Rauschbeere wächst überwiegend in Hochmooren und wird deshalb auch Moorbeere genannt. Sie sieht der Blaubeere sehr ähnlich. Die Früchte der Rauschbeere sind jedoch ein wenig größer als die der Blaubeere und ihr Fruchtfleisch ist innen weißlich und nicht blau. In großen Mengen verzehrt, kann die Rauschbeere Erbrechen oder Schwindelgefühl hervorrufen, was ihr wohl auch ihren Namen eingebracht hat.

Schwarzerle

Mag es nass

Die Schwarzerle bevorzugt nasse Böden, man findet sie häufig an feuchten, sumpfigen Gebieten. Der Baum kann bis zu 30 m hoch werden.  Bei älteren Exemplaren ist die Rinde rissig und dunkelgrau bis braun. Die Schwarzerle hat zwei verschiedene Blütenformen: Die männlichen Kätzchen sind 5-10 cm lang, bräunlich gefärbt und ähneln dicken Schnüren. Die weiblichen Kätzchen sind 2-3 cm große Zäpfchen, die später verholzen und kleine Zapfen bilden. Die Schwarzerle blüht im April und Mai. Das Holz ist unter Wasser äußerst beständig. Schon in der Jungsteinzeit wurde es für Pfahlbauten verwendet. Auch Venedig wurde auf Eichen- und Erlenholz errichtet.

Birke

Schlank und durstig

Zwei Birken wachsen dicht nebeneinander. © Krenz, Region Hannover

Charakteristisch: die schwarz-weiße Rinde

Die anspruchslose Birke braucht nicht viel um Wurzeln zu schlagen und zu wachsen: ein bisschen Erde in einer Mauerspalte reicht schon aus. Den Baum erkennt man an seiner hellen Rinde mit horizontalen Strichen. Zunächst ist die Rinde glatt, später löst sie sich ab. Die Birke bildet zwei verschiedene Blüten aus: die herabhängenden männlichen Kätzchen und die weiblichen Blüten, die zylindrisch geformt sind und nach oben abstehen. Die Birke blüht von März bis Juni. Vor allem im April geben sie besonders viele Pollen ab. Eine große Birke verbraucht ungefähr 100 Liter Wasser pro Tag – das ist eine ganze Badewanne voll. Auf Moorflächen, die nass sein sollen, soll sie deshalb nicht wachsen und wird hier durch das sogenannte "Entkusseln" entfernt.

Wiesenschaumkraut – süße Kost

Von Ende März bis Juli kann man die zartlila Blüten des Wiesenschaumkrauts sehen. Die Blüten produzieren sehr viel Nektar und sind damit eine beliebte Nahrungsquelle für viele verschiedene Insektenarten. Das Wiesenschaumkraut kommt auf der ganzen Nordhalbkugel der Erde vor und wächst besonders gut auf Feuchtwiesen. Gemeinsam mit der Knoblauchrauke ist das Wiesenschaumkraut die bevorzugte Nahrungspflanze der Raupe des Aurorafalters. Auch für die 5 bis 6 Millimeter lange Wiesenschaumzikade ist sie die favorisierte Wirtspflanze.

Sumpfdotterblume

Schön gelb

Der Name der Sumpfdotterblume sagt es bereits: Am besten wächst sie auf feuchtem Boden wie zum Beispiel Feuchtwiesen oder Auen- und Bruchwäldern. Die gelben Blüten kann man von März bis Juni sehen, wenn es warm genug ist, dann blühen sie im Spätsommer noch ein zweites Mal. Die Samen der Sumpfdotterblume haben kleine Luftkammern und können sich so schwimmend verbreiten.

Ein anderer bekannter Name für die Sumpfdotterblume ist Butterblume, weil die gelben Blütenblätter früher zum Einfärben von Butter genutzt wurden.

Waldgeißblatt

Dufter Kletterer

Das Waldgeißblatt ist eine Kletterpflanze und bildet Lianen, die sich auf dem Boden ausbreiten oder Bäume umschlingen. Das Waldgeißblatt blüht von Juni bis September, die gelblich-weißen Blüten öffnen sich aber erst am Abend und verströmen dann einen süßlichen Duft. Ab August bilden sich kleine, rote Beeren aus, die in Dolden an den Ästen hängen. Die Beeren sind für Menschen und Tiere giftig.

Schwertlilie

Die Göttin unter den Pflanzen

Die filigranen Blüten der Schwertlilien erkennt man daran, dass die Blütenblätter immer in Dreiergruppen auftreten: drei nach unten hängende Blätter und drei nach oben stehende Blätter. Die Blüten werden besonders von Hummeln für ihren Nektar angeflogen. Die Blätter der Schwertlilie sind bei den meisten Arten lang und dünn. Im Naturpark kommt die gelb blühende Sumpf-Schwertlilie an feuchten Standorten wie dem Hagenburger Kanal oder am nördlichen Ufer des Steinhuder Meeres vor. Ihren wissenschaftlichen Namen – Iris – hat die Schwertlilie von der griechischen Regenbogengöttin Iris. Insgesamt gibt es weltweit rund 250 wild wachsende Irisarten, ihr Vorkommen ist auf die gemäßigten und subtropischen Zonen der Nordhalbkugel beschränkt.

Drachenwurz

Pflanze mit vielen Namen

Sie wird auch Sumpf-Calla, Schlangenwurz, Schlangenkraut oder regional Schweinsohr genannt und gehört zur Familie der Aronstabgewächse. Der Blütenstand des Drachenwurz sieht eher ungewöhnlich aus: Sie besteht aus einem Kolben, der von einem einzigen, großen Blütenblatt umgeben ist. Von Mai bis Juli blühen auf dem Kolben grünlich-gelbe Blüten, die nur wenige Millimeter groß sind. Sie werden durch Schnecken bestäubt. Nach der Blütezeit bilden sich kleine rote Beeren. Der Drachenwurz wächst vor allem in sumpfigen Gebieten, am Rand von Mooren und Gewässern und auf Feuchtwiesen. Durch die landwirtschaftliche Nutzung der Feuchtgebiete ist der Bestand gefährdet. Drachenwurz ist für Menschen giftig.