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Das offizielle Portal des Naturparks Steinhuder Meer

Moorlandschaft und blauer Himmel © Bernd Volmer

Das Tote Moor im Naturpark Steinhuder Meer

Landschaftstypen

Geheimnisvolle Moore

Das Moor ist ein Lebensraum, der die Menschen seit je her ängstigt und fasziniert zugleich. Besonders geheimnisvoll erscheint es, wenn Nebelschwaden durchziehen. Gleich mehrere Moorgebiete befinden sich im Naturpark, darunter das größte zusammenhängende Hochmoor der Region Hannover – das Tote Moor.

Wichtiger Lebensraum für Spezialisten

Es ist mit etwa 2.300 Hektar das größte Hochmoor der Region Hannover und bietet zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Hier gedeihen wahre Spezialisten wie Torfmoose, Wollgras und Sonnentau.

Sonnentau – Spezialist aus Mangel

Pflanze mit Klebedrüsen besetzten Blätter. © Region Hannover

Sonnentau mit Blüte

Im Moor ragen inmitten von Torfmoospolstern zierliche Stängel mit kleinen weißen Blüten aus Blattrosetten empor. Es sind Arten des Sonnentaus. An ihren Blättern sitzen lange klebrige Drüsenhaare, auch Tentakeln genannt, mit denen der Sonnentau Insekten fängt. Klebt ein Insekt an den Tentakeln fest, krümmen sie sich zur Blattoberfläche und drücken die Beute gegen kürzere Drüsenhaare. Diese sondern Verdauungsenzyme ab, zersetzen das Tier und nehmen die so gewonnen Nährstoffe auf. Deshalb kann der Sonnentau auf dem Extremstandort "Moor" gedeihen.

Beeindruckend ist auch die Tierwelt der Moore: Neben dem Kranich brüten die extrem seltene Moorente oder der Fischadler im Toten Moor. Im späten Frühjahr tauchen die ersten Libellenarten auf. Schmetterlinge, wie der gefährdete Bläuling und viele andere Insekten, darunter 16 Heuschreckenarten, finden hier ebenso ihren Lebensraum wie Moorfrosch und Kreuzotter.

Moorschutz ist Natur- und Klimaschutz

Durch Entwässerungsmaßnahmen und Torfabbau haben Moore oft ihren typischen Charakter verloren. Heute stehen die verbliebenen Gebiete überwiegend unter Schutz. Moorschutz- und Regenerationsmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz von Natur, Tier- und Pflanzenarten sowie der Biodiversität. Sie leisten darüber hinaus auch einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Ein lebendes Moor speichert in seinem mächtigen Torfkörper dauerhaft Kohlenstoff in erheblichen Mengen, deutlich mehr als zum Beispiel eine Waldfläche. Zudem wirkt ein Hochmoor bei Regen wie ein Schwamm, mildert so Hochwasserereignisse ab und speichert das Wasser gleichzeitig bis in den Sommer hinein. Dies wirkt sich auch positiv auf den Sommerwasserstand des Steinhuder Meeres aus. Die Regeneration des Toten Moores wirkt also zeitgleich gegen die Ursachen wie auch gegen die Folgen des Klimawandels.

Moor erleben

Diese faszinierende Landschaft lässt sich besonders gut auf dem Moorerlebnisweg zwischen Mardorf und Steinhude sowie entlang der Nordhannoverschen Moor Route entdecken oder auf einer Führung. Von Mai bis Oktober bietet der Naturpark Moorführungen an.

Wann nieder? Wann hoch?

Niedermoore entstehen aus natürlich verlandenden Seen oder nassen Senken mit ständigem Anschluss an das Grundwasser. Ihr Erscheinungsbild ist vielfältig und artenreich, können sie doch mit undurchdringlichen Erlenbruchwäldern, tiefgründigen Seggensümpfen oder dichtem Röhricht bewachsen sein. Besonders fällt im Erlenbruchwald die Schwarz-Erle mit ihren Senkwurzeln auf, die tief in den Boden reichen und dem Baum im überfluteten, weichen Untergrund Standfestigkeit geben.

Hochmoore hingegen besitzen keinen Kontakt zum Grundwasser. Sie werden nur durch Regen gespeist, sind daher nährstoffarm sowie sehr sauer. Einige Pflanzen- und Tierarten haben sich an die schwierigen Verhältnisse angepasst. Zu diesen gehören die Torfmoose. Ihre absterbenden Teile werden unter den extremen Bedingungen nicht zersetzt und bilden die nur ca. 1 mm im Jahr wachsende Torfschicht.