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Landschaftstypen

Binnendüne

Binnendünen am Steinhuder Meer – dieser spärlich bewachsene und offene Lebensraum ist ein inzwischen selten gewordener Extremstandort, an dem nur angepasste, spezialisierte Tier- und Pflanzenarten überleben können.

Lebensraum "offene Binnendüne"

Auf Binnendünen bildet Sandmagerrasen ein Mosaik mit Heideflächen. Aufgrund des nährstoffarmen Bodens wachsen nur wenige Bäume und eine spärliche Krautschicht, die von vielen offenen Sandflächen unterbrochen wird. In Bulten wächst hier außerdem das genügsame Silber- und Straußgras und Bauernsenf, Acker-Hornkraut und Kleines Habichtskraut setzen bunte Farbakzente.

Der sandige Boden der Dünen speichert kaum Wasser und vor allem an sonnenexponierten und unbewachsenen Hängen führen hohe Temperaturen zu einer zusätzlichen Verdunstung. Der Sand reagiert stark auf äußere Einflüsse: Bei hoher Sonneneinstrahlung heizt er sich schnell auf und kühlt später ebenso schnell wieder ab. Unter diesen Bedingungen können nur wenige Pflanze und Tiere leben und überleben.

Binnendünen bieten Würmern, Schnecken und verschiedensten Insekten einen Lebensraum. Zauneidechsen vergraben ihre Eier im Sand und lassen sie von der Sonne ausbrüten. Wildbienen, Weg- und Grabwespen legen dort ihre Nisthöhlen an.

Binnendünen am Steinhuder Meer

Die Altdünen am Nordufer des Steinhuder Meeres entstanden während der Eiszeiten, als das Land nur lückenhaft bewachsen war und starke Westwinde den Sand ungehindert forttragen konnten. Mancherorts entstanden Senken, die bis hinab zum Grundwasser reichten. Auch das Steinhuder Meer ist teilweise auf diese Weise entstanden. Der ausgeblasene Sand lagerte sich an seinem Nordufer in Dünen wieder an. Abhängig von der Windrichtung entstanden verschiedene Dünenformen: gut ausgebildete Längsdünen, U-förmige Parabeldünen und unregelmäßige Dünen.

Erst viel später entstanden die sogenannten Jungdünen. Durch großflächige Holzeinschläge, Brandrohdung und Ackerbau verarmten die Böden. Dennoch wurden sie weiterhin genutzt, die Flächen konnten sich nicht erholen und blieben nur spärlich bewachsen, sodass die Pflanzen den Sand nicht halten konnten. Sandverwehungen nahmen zu, Altdünen wurden umgeformt und neue Dünen entstanden.

Später kam es zu einer systematischen Aufforstung der Dünen und es entstanden Kiefer- und Kiefer-Birken-Eichen-Forste. Deshalb sind die meisten Dünen nicht als solche erkennbar, obwohl sie 1,5 bis 2 m hoch sind. Nur noch ihre Namen weisen auf eine Dünenentstehung hin.

Binnendünen mit vielen offenen Sandflächen und nur wenigen Bäumen waren noch vor fünfzig Jahren charakteristisch für das Landschaftsbild am Nordufer des Steinhuder Meers. Obwohl bis zu 20 Meter hoch sind die heute aufgeforsteten oder landwirtschaftlich genutzten Sandberge kaum noch erkennbar. Inzwischen sind etwa 1/5 der Binnendünen in der Region Hannover verloren gegangen. Umso mehr wird sich darum bemüht die etwa hundert noch bestehenden Dünen zu erhalten.

Dazu werden die meisten Gewächse, wie die nährstoffhaltige Humusschicht entfernt und nur einige alte Kiefern und Eichen als landschaftsprägende Elemente stehen gelassen. Aus Mardorf wurde einheimischer Magerrasen ausgesät. In regelmäßigen Abständen sind weitere Pflegemaßnahmen notwendig, um das Wachstum von Pflanzen zu verhindern, die die konkurrenzschwache Magerrasenvegetation verdrängen.

Damit sich dieses seltene Biotop entwickeln kann, sind Besucherinnen und Besucher dazu angehalten, auf den Wegen zu bleiben und Abfälle, vor allem potentiellen Dünger wie Hundekot, zu entfernen.