Netzwerk Naturpark-Schulen

Grundschule Steinhude will Naturpark-Schule werden

Erster Schritt zur Zertifizierung: Regionspräsident Steffen Krach (3. von links), Wunstorfs Erste Stadträtin Wiebke Schaffert-Weiland (2. von links), Schulleiterin Anette Wiborg (rechts) und Doreen Juffa, Geschäftsführerin des Naturparks Steinhuder Meer (links), unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung.

Beteiligte unterzeichnen Kooperationsvereinbarung, Zertifizierung im September erwartet.

Themen wie Landwirtschaft oder die heimische Tierwelt sind fester Bestandteil des Lehrplans und das Klassenzimmer wird regelmäßig ins Moor oder den Wald verlegt, um die Schülerinnen und Schüler dabei für Besonderheiten ihrer Heimatregion zu begeistern: Das sind die Ziele des bundesweiten Netzwerks der „Naturpark-Schulen“.

Die Grundschule Steinhude will die erste Naturpark-Schule rund ums Steinhuder Meer werden

Am Freitag, 25. März 2022, haben Regionspräsident Steffen Krach, Wunstorfs Erste Stadträtin Wiebke Schaffert-Weiland, Schulleiterin Anette Wiborg und Doreen Juffa, Geschäftsführerin des Naturparks Steinhuder Meer, eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und damit den ersten Schritt zur Zertifizierung gemacht. 

Schulchor der Grundschle Steinhude

„Das Steinhuder Meer kennt jeder. Anders ist es bei den vielen weiteren Landschaften, Schutzgebieten und Projekten, die den Naturpark ausmachen: Selbst viele Erwachsene wissen nicht, was für ein Schatz sich hier verbirgt“, sagt Regionspräsident Steffen Krach. „Umso wichtiger ist es, dass schon Grundschulkinder etwas über die Bedeutung dieser Gebiete lernen. Wer früh einen Bezug zur Natur entwickelt, wird später auch eher dabei mithelfen, sie zu schützen.“ 

Stadträtin Schaffert-Weiland setzt auf die Strahlkraft des Projekts: „Unsere Stadt ist eng verbunden mit dem Steinhuder Meer. Die Naturpark-Schule hilft dabei mit, dass das auch in Zukunft so bleibt. Ich bin mir sicher, dass der Unterricht in der und über die Natur richtig Spaß macht und die Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen auch mit zu ihren Familien und Freunden nehmen.“ Schaffert-Weiland bedankte sich außerdem bei den Lehrerinnen und Lehrern: „Dass sie neben dem anspruchsvollen Schulalltag noch mehr Aktivitäten entwickeln wollen, zeigt auch, wie engagiert das Kollegium ist. Als Schulträger unterstützen wir als Stadt das Projekt deshalb gerne.“

Gemeinsame Veranstaltungen von Grundschule und Naturpark gibt es schon lange. Die Kooperationsvereinbarung sorgt dafür, dass sie verbindlich und regelmäßig stattfinden: Jede Klasse wird mindestens einmal pro Schuljahr ein Naturpark-Thema im Unterricht behandeln und bei einer Exkursion vertiefen. „Das soll fächerübergreifend passieren“, erläutert Schulleiterin Anette Wiborg, die auch schon den Fahrplan für die kommenden Monate kennt: „Die ersten und zweiten Klassen beschäftigen sich mit dem Thema Wasser. Dazu gehört auch eine Exkursion auf die Badeinsel, wo die Kinder unter Anleitung eines Biologen nach Wassertieren keschern. Die dritten Klassen verlagern den Kunstunterricht nach draußen und gestalten vergängliche Kunstwerke aus Naturmaterial. Das Projekt ermöglicht Lernen mit allen Sinnen und komplettiert unser Lehrangebot.“

Das Label „Naturpark-Schule“ prägt aber nicht nur den Unterricht:

Auch die Lehrkräftefortbildung findet in diesem Jahr bei einer geführten Wanderung ins Tote Moor statt. „Wir verstehen den Naturpark als Lern- und Erfahrungsort, deshalb freuen wir uns sehr über die Zusammenarbeit. Das gemeinsame Engagement fördert das Naturerlebnis vor der Haustür, trägt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung bei und stärkt die Identifikation mit dem Naturpark“, berichtet Naturpark-Geschäftsführerin Doreen Juffa. „So können wir uns gemeinsam weiterentwickeln.“ Der Naturpark bietet die vereinbarten Veranstaltungen kostenlos an, unterstützt mit Unterrichtsmaterial und vermittelt den Kontakt zu anderen außerschulischen Lernorten. 

Das Naturpark-Team übergibt dem Kollegium Pflanzen für den Schulgarten.

Umweltpädagogin Elke Bohn verantwortet das Projekt im Naturpark-Team und erklärt, wie es jetzt weitergeht. „Für die Zertifizierung müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. Wir haben uns auf den Weg gemacht und voraussichtlich im September kann der Verband Deutscher Naturparke die Schule offiziell als Naturparkschule auszeichnen.“ Die Zertifizierung gilt für fünf Jahre und kann dann nach erfolgreicher Prüfung jeweils um weitere fünf Jahre verlängert werden. 

Hintergrund: Naturpark-Schulen

Die Naturpark-Schulen sind ein bundesweites Netzwerk. Die Idee stammt aus Österreich und wurde vom Verband Deutscher Naturparke übernommen. Ziel ist der Aufbau einer festen, dauerhaften Kooperation zwischen den Naturparken und Schulen. Die ersten Partnerschulen wurden Ende des Schuljahres 2013/14 als Naturpark-Schule ausgezeichnet. Mittlerweile gibt es deutschlandweit bereits 166 Naturpark-Schulen, in Niedersachsen sind es bisher 18. 

(Veröffentlicht am 25. März 2022)