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Phosphor am Steinhuder Meer

Vorsicht vor falschem Bernstein

Er sieht aus wie Bernstein, ist aber hochgiftig und kann zu schweren Verbrennungen führen: Weißer Phosphor ist ein gefährliches Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs. Auch am Steinhuder Meer finden sich Reste der Chemikalie. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen und erfahren, wie Sie im Ernstfall richtig handeln. 

Luftbild Steinhuder Meer © Region Hannover

Steinhuder Meer - Weiße Düne und Umgebung

  1. Woher stammt der Phosphor?
    Weißer Phosphor wurde als Brandmunition in Bomben eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Mengen der Munition in Nord- und Ostsee versenkt. An den Küsten warnen deshalb zahlreiche Schilder vor der Gefahr durch Phosphorbrocken am Strand. 
    Aber auch im Steinhuder Meer finden sich Rückstände der Chemikalie. Woher sie stammen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Der Phosphor könnte etwa beim Absturz von Kampfflugzeugen während des Zweiten Weltkrieges in den See gelangt sein. Obwohl der Naturpark Steinhuder Meer, die Region Hannover sowie die umliegenden Städte und Gemeinden viel dafür tun, den Uferbereich für Besucherinnen und Besucher sauber und sicher zu halten, ist es nicht auszuschließen, dass Phosphorreste an den Strand gelangen.
  2. Wie gefährlich ist Phosphor?
    Wenn er feucht ist, reagiert Phosphor nicht und ist relativ unbedenklich. Deshalb kann er jahrzehntelang im Wasser liegen. Sobald er an den Strand gespült wird und trocknet, wird es gefährlich. Die Chemikalie kann sich bereits ab einer Temperatur von 20 Grad selbst entzünden und verbrennt bei extrem hohen Temperaturen. Dabei entstehen giftige Dämpfe.
  3. Wie kann ich Phosphor von Bernstein unterscheiden?
    Weißer Phosphor sieht Bernstein zum Verwechseln ähnlich: Beide Materialien haben eine gelbe bis hellbraune Farbe, einen wachsartigen Glanz und sind leichter als normale Steine. Sie auseinanderzuhalten, ist für Laien deshalb kaum möglich.
  4. Welche Maßnahmen schützen?
    Strandbesucherinnen und -besucher sollten grundsätzlich vorsichtig sein und verdächtige Klumpen niemals in die Jacken- oder Hosentasche stecken. Besteht der Verdacht eines Gefahrstoff-Fundes, informieren Sie die örtliche Polizeidienststelle unter der Nummer 110. Eltern sollten ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen und mit ihnen über die Gefahren des „falschen Bernsteins“ sprechen.
  5. Was ist im Ernstfall zu tun?
    Liegt ein Phosphor-Teilchen brennend am Strand, reicht es aus, Abstand zu halten und den Rauch nicht einzuatmen. Löschversuche sollten Sie nur unternehmen, wenn Menschenleben in Gefahr sind.
    Achtung: Brennender Phosphor lässt sich nicht mit Wasser löschen! Die Chemikalie muss dauerhaft von der Luft getrennt werden. Die Stücke also im Notfall besser mit Sand zuschütten.
    Wer mit brennenden Phosphorstücken in Körperkontakt gerät, sollte sofort ins Wasser gehen und dort möglichst bleiben, bis Hilfe kommt. Solange der Phosphor komplett unter Wasser ist, brennt er nicht. Deshalb sollten Betroffene versuchen, im Wasser ihre Kleidung auszuziehen, um später ein erneutes Entzünden an Land zu vermeiden. Besteht keine Möglichkeit das Wasser zu erreichen, kann mit Sand abgedeckt werden. Außerdem muss unverzüglich über den Notruf 112 Hilfe geholt werden.
  6. Ist das Steinhuder Meer sicher?
    Die Chance, am Steinhuder Meer auf Phosphor zu stoßen, ist äußerst gering. An potentiellen Risikostellen warnt der Naturpark mit Hinweisschildern vor der Gefahr.
    Wer sich an die Sicherheitshinweise hält, kann die Strände rund ums Steinhuder Meer bedenkenlos nutzen. Auch für Badegäste sowie Wassersportlerinnen und -sportler besteht keine erhöhte Gefahr.

Am Steinhuder Meer aufgestellter Warnhinweis