World Ranger Day 2021

Botschafter unserer Schutzgebiete

Am 31. Juli wird jährlich die Arbeit und das Engagement von Rangerinnen und Rangern weltweit gewürdigt. Auch hier bei uns sind Rangerinnen und Ranger in Nationalparken, Biosphärenreservaten, Wildnisgebieten und Naturparken aktiv.

Die Aufgaben sind vielfältig und je nach Schutzgebiet unterschiedlich: Als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Besuchende verstehen sie es, Groß und Klein die Geheimnisse der Natur näher zu bringen. So sind Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung wesentliche Bestandteile der Arbeit von Rangerinnen und Rangern in den deutschen Großschutzgebieten. Darüber hinaus nehmen sie aber auch vielfältige andere Aufgaben wahr: Dazu gehören die Gebietskontrolle mit der Überwachung von Schutzbestimmungen und deren Einhaltung, die Erfüllung wichtiger Aufgaben für die Forschung, beispielsweise durch Monitoring und Datenerfassung oder die Umsetzung von Projekten zum Arten- und Biotopschutz, indem sie Pflegearbeiten und Maßnahmen zum Artenschutz durchführen.

Ranger im Naturpark Steinhuder Meer: Milan Mato Glatt (links) und Hendrik Holte

 

Mit der andauernden Corona-Pandemie hat sich die Arbeit der Rangerinnen und Ranger bei uns wie auch weltweit verändert. Großschutzgebiete sind für die Bevölkerung und für den Tourismus unter anderem als Erholungs- und Erlebnisraum viel wichtiger geworden. Dies trägt aber teilweise dazu bei, dass die zu schützende, wertvolle Natur gefährdet wird. Durch zum Teil regelrechte Anstürme von Besucherinnen und Besuchern in den Schutzgebieten stoßen die Rangerinnen und Ranger in ihrer täglichen Arbeit oft an ihre Leistungsgrenzen, der Bedarf in den Gebieten zur Sensibilisierung von Besucherinnen und Besuchern ist immens gestiegen. Die Rolle von Rangerinnen und Rangern als Vermittelnden zwischen Mensch und Natur hat dadurch eine neue Bedeutung erhalten und sie müssen in Einzelfällen auch erhebliche Konflikte mit Besuchenden lösen, die die geltenden Regeln nicht akzeptieren.

 

Für den Naturpark im Einsatz, zum Beispiel auf dem Steinhuder Meer: Ranger Milan Mato Glatt macht eine Kontrollfahrt mit dem Boot "Wasserläufer" durch das Revier

Um diese Konflikte zukünftig zu vermeiden und zu entschärfen ist es unabdingbar, die Gebietsbetreuung weiter auf- und auszubauen und somit die Arbeit der Rangerinnen und Ranger in den deutschen Großschutzgebieten weiter zu stärken. Nur so können Qualität und Zukunftsfähigkeit aller Großschutzgebiete in Deutschland gewährleistet werden. In vielen Großschutzgebieten gibt es trotz Anstrengungen bislang nur eine unzureichende oder gar keine Gebietsbetreuung.

Dem Einsatz von Rangerinnen und Rangern kommt hierzulande sowie weltweit eine bedeutende Rolle zu: die Bewahrung der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt sowie ihrer Lebensräume und damit dem Erhalt der Biodiversität, die für das Überleben der Menschen essentiell sind. In manchen Ländern und Schutzgebieten, in denen beispielsweise bewaffnete Wilderer aktiv sind, riskieren Rangerinnen und Ranger sogar ihre Gesundheit und ihr Leben. Daher wird am World Ranger Day auch der verletzten oder gar im Einsatz getöteten Rangerinnen und Ranger gedacht.

Hintergrund: Der "World Ranger Day" 

Der World Ranger Day wird seit 2007 jedes Jahr am 31. Juli zelebriert, um die Arbeit von Rangerinnen und Rangern weltweit zu würdigen und verletzten oder gar im Einsatz getöteten Rangerinnen und Rangern zu gedenken. Im Rahmen dieses Tags der Solidarität – von der International Ranger Federation (IRF) ins Leben gerufen – werden in vielen Nationalen Naturlandschaften Informationsveranstaltungen und Führungen angeboten, die die Arbeit der Rangerinnen und Ranger in der Öffentlichkeit bekannter machen. Zudem werden Spenden für konkrete Projektpartnerschaften oder für die "The Thin Green Line Foundation" gesammelt. Diese Stiftung der International Ranger Federation hilft in punkto Ausrüstung und Training und unterstützt Hinterbliebene oder Familien verunglückter Rangerinnen und Ranger in armen Ländern. 

Bundesverband Naturwacht e.V. / German Ranger Association 

Der Bundesverband Naturwacht e.V. (German Ranger Association) wurde am 13.10.1995 im Schloss Milkel (Sachsen) gegründet. Er arbeitet ehrenamtlich als gemeinnütziger eingetragener Verein und versteht sich als Interessenvertretung der hauptberuflichen Schutzgebietsbetreuerinnen und-betreuer in Deutschland. Er ist Mitglied von Nationale Naturlandschaften e.V., des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz e.V. und der International Ranger Federation. Der Bundesverband Naturwacht als Interessenvertreter der Rangerinnen und Ranger in Deutschland unterstützt die Aktionen zum World Ranger Day in den Nationalparken, Biosphärenreservaten, Naturparken und anderen Gebieten Deutschlands, um ein Zeichen weltweiter Solidarität zu setzen. Diese besondere Bedeutung der Rangerinnen- und Rangerarbeit für den Naturschutz sollte endlich auch von politischen Entscheidungsträgern wirklich ernstgenommen und unterstützt werden. 

Nationale Naturlandschaften e.V. und Verband Deutscher Naturparke e.V. 

Nationale Naturlandschaften e.V. ist der Dachverband, unter dem sich alle deutschen Nationalparke und Biosphärenreservate, ein zertifiziertes Wildnisgebiet sowie ein Teil der Naturparke zusammengeschlossen haben. Der gemeinnützige Verein ist Träger der Dachmarke "Nationale Naturlandschaften".

Der Verband Deutscher Naturparke e.V. (VDN) ist der Dachverband der Naturparke in Deutschland und bildet gemeinsam mit den Aktiven und Verantwortlichen in den Naturparken das deutschlandweite Netzwerk für alle Naturpark-Aktivitäten. 

Beide Dachverbände unterstützen die Arbeit der Rangerinnen und Ranger in den Nationalen Naturlandschaften als Ansprechpartner und durch Koordination vielfältiger Aktivitäten insbesondere im Freiwilligenmanagement, der Bildungsarbeit und im nachhaltigen Tourismus. 

Angesichts des steigenden Aufkommens an Besucherinnen und Besuchern in den deutschen Schutzgebieten, setzen sich die Dachverbände für die Entwicklung neuer Lösungen in Bezug auf eine nachhaltige Tourismusstrategie ein. Gut geschultes Personal, wie die Rangerinnen und Ranger, werden hierfür benötigt, um bei steigender Nachfrage umso mehr zur Wertschätzung des Naturschutzes sowie zum Natur- und Umweltbewusstsein beitragen zu können. 

(Veröffentlicht am 29. Juli 2021)

"Rangerinnen und Ranger in den Nationalen Naturlandschaften" – Artikel auf nationale-naturlandschaften.de

"Was sind Ranger*innen?" – Flyer aus dem Downloadbereich von nationale-naturlandschaften.de herunterladen

Naturpark Steinhuder Meer

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