Das offizielle Portal des Naturparks Steinhuder Meer

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Meine Arbeit bei der Region Hannover

Der Mann und das Meer

Naturpark-Ranger Hendrik Holte im Interview – zum Anhören und Nachlesen

Ein Mann sitzt auf einer Holzbank in einem Aussichtsturm. © Ch. Stahl / Region Hannover

Für die Region Hannover im Naturpark unterwegs

Im Naturpark Steinhuder Meer kümmert er sich um die Natur und um die Menschen, die dort Gast sind oder Urlaub machen: Hendrik Holte ist ein Unikat bei der Region Hannover. Als Naturpark-Ranger betreut er das Steinhuder Meer. "Mein Job ist einmalig", sagt er stolz. Der studierte Forstwirt kümmert sich besonders im Sommer um die vielen Touristen, Segler, Surfer, Wanderer und Geocacher, die um das und auf dem Steinhuder Meer unterwegs sind. "Wenn ich mit dem neuen Boot, dem "Wasserläufer" auf dem Steinhuder Meer draußen bin, dann werde ich auch gekenterten Seglern wieder ins Boot helfen", erklärt der Ranger.

Sein Tag beginnt oft morgens im Büro. Dort entscheidet sich, wie sich der Rest seines Arbeitstages gestalten wird. "Ob es um das Beschildern von Wanderwegen geht oder ich mit dem Boot auf dem Steinhuder Meer unterwegs bin, weil dort besonders viel los ist – ich bin für ganz vielfältige Aufgaben zuständig", beschreibt er seinen Job. So achtet Hendrik Holte darauf, dass die Besucherinnen und Besucher sich an die Regeln vor Ort halten, auf den Wegen bleiben und nicht wild durch die Gegend streifen oder an Stellen grillen, an denen das nicht gestattet ist.

Seit Februar 2014 ist Hendrik Holte bei der Region im Einsatz. Der gelernte Forstwirt kann sich für seinen Job begeistern, "weil der so vielfältig ist und ich besonders im Sommer so große Teile meiner Arbeitszeit draußen im Grünen verbringen kann". Dort vermittelt er Naturschutzthemen direkt an die Bürgerinnen und Bürger. "Eine Mittagspause in der Sonne mit Blick auf das Steinhuder Meer ist dabei auch nicht zu verachten", sagt er schmunzelnd.

Hendrik Holte arbeitet bei der Region Hannover als Naturpark Ranger.

Interview mit Hendrik Holte lesen

Experte für Naturschutz, Ausflugstipps und Naturerlebnis: Hendrik Holte, Ranger im Naturpark Steinhuder Meer

Zu sagen, dass er jeden Vogel und jeden Wollgrashalm kennen würde, wäre wohl übertrieben. Aber Hendrik Holte weiß gut Bescheid im Naturpark Steinhuder Meer, denn hier ist er als Ranger fast täglich unterwegs. Sein Arbeitsplatz hat einiges zu bieten: lautstarke Froschkonzerte und imposante Vogelschwärme, kleine Spezialisten wie den Sonnentau und Spuren großer Urzeitriesen, schwimmende Wiesen und faszinierende Moorlandschaften.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht den Naturpark Steinhuder Meer im Vergleich zu den 103 weiteren Naturparken in Deutschland aus?

Der Naturpark Steinhuder Meer ist im wörtlichen Sinn ausgezeichnet, bereits mehrfach: unter anderem erhielt er die Auszeichnung der Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten oder die Auszeichnung "Qualitäts-Naturpark" vom Verband der Deutschen Naturparke, um nur zwei zu nennen. Aber um seine Besonderheit zu erfahren, muss man ihn einfach besuchen und seine landschaftliche Vielfalt, die von ausgedehnten Wäldern und den Ausläufern des Mittelgebirges über faszinierende Moor- und Heidelandschaften bis hin zu Binnendünen und weiten Wasserflächen reicht, selbst erleben. Für mich ist er einfach einer der schönsten Arbeitsplätze!

Wie wird man eigentlich Ranger in einem Naturpark?

Mit der richtigen Ausbildung und ein wenig Glück. Die Region Hannover suchte 2014 einen Ranger mit besonderen Qualifikationen, diese bringe ich als studierter Forstwirt mit Berufserfahrung mit.

Wie sieht ein typischer Tag als Ranger im Naturpark aus?

Eigentlich ist jeder Tag anders und das ist auch das Schöne an meinem Beruf: Je nach Wetterlage und Jahreszeit bin ich entweder mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Boot unterwegs. Ich schaue dann auf den Wegen nach dem rechten, kontrolliere unter anderem die Aussichtstürme und Plattformen. Ich achte auch darauf, dass die Verordnungen der Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete eingehalten werden. In der Segel- und Surfsaison zeige ich Präsenz auf dem Wasser. Im Grunde bin ich vor Ort der Ansprechpartner für die Gäste des Naturparks.

Mit welchen Anliegen kommen denn die Besucherinnen und Besucher auf Sie zu?

Da geht es oft um ganz alltägliche Auskünfte: Wo ist der nächste Rastplatz oder die nächste öffentliche Toilette? Ich sage aber auch ganz klar, was wo erlaubt ist und was nicht. Zudem gebe ich ganz konkrete Tipps, was es gerade zu erleben gibt oder erkläre die eine oder andere Pflanze am Wegesrand.

Und welche Tipps gibt der Ranger?

Sich da jetzt zu beschränken ist schwierig. Das hängt immer etwas von der Jahreszeit ab und ob ich von einer Familie mit kleinen Kindern oder von einer Wandergruppe gefragt werde. Ersteren empfehle ich im Sommer zum Beispiel die Badeinsel oder einen Abstecher zum Wassererlebnispark bei Steinhude. Zum Wandern eignen sich bei jeder Jahreszeit der Grinderwald mit seinen alten Buchenbeständen oder die Rehburger Berge mit dem Wilhelmsturm. Ein Erlebnis ist auch eine Überfahrt mit einem der traditionellen Auswanderer-Boote zur Insel Wilhelmstein. Die Schlechtwetter-Alternative kann man übrigens virtuell im Infozentrum des Naturparks in Steinhude erleben – obwohl, es gibt ja kein schlechtes Wetter...

Ist zu Fuß denn die beste Art, den Naturpark zu erleben?

Einige Gebiete wie der Moorerlebnispfad erschließen sich wirklich zu Fuß am besten. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich auch viele Orte erreichen. Der Naturpark ist mit seinen zahlreichen ausgeschilderten Themenrouten aber ebenso ideal zum Radwandern, ob auf der Nordhannoverschen Moorroute, der Dino-Tour zu den beeindruckenden Fährten dieser urzeitlichen Riesen in Münchehagen oder auf den Spuren der Schaumburger Fürsten entlang der Romantik in Bad Rehburg oder dem Hagenburger Schloss. Im Frühjahr ist hier die blühende Rhododendron-Allee eine wahre Augenweide.

Der Klassiker ist natürlich der 32 Kilometer lange Rundweg um das Steinhuder Meer, das Herzstück des Naturparks. Wem die Strecke zu lang wird, kann auch auf den Fahrradbus wechseln. Die Bezeichnung Meer ist allerdings etwas irreführend, denn eigentlich handelt es sich um einen Flachsee, der sich hervorragend zum Segeln, Surfen und an seinen sandigen Stränden zum Baden eignet.

Der Naturpark bietet aber auch Möglichkeiten zum Klettern, Reiten, oder Golfen – einfach mal die Seele baumeln lassen geht natürlich auch. Für ein kleines Picknick bieten sich die kulinarischen Besonderheiten aus der Region an, wie die zahlreichen Blaubeerprodukte oder die legendären Aalbrötchen frisch aus den Räuchereien – die gibt es bei mir mehrmals die Woche.

Und die essen Sie dann an Ihrem Lieblingsplatz im Naturpark – verraten Sie uns den?

So geheim ist der nicht, dafür aber schön: Es ist der Winzlarer Turm im Vogelbiotop der Meerbruchwiesen. Zu den Morgen- oder Abendstunden ist die Stimmung hier besonders und der Blick über das Wasser mit den Segelbooten einfach herrlich. Fast immer sehe ich dann auch Silberreiher oder kann Haubentaucher beobachten. Und es gibt dort oben im Sommer keine Mücken – ein nicht ganz unwesentlicher "Vorzug"!

Was sind für Sie die besonderen Momente bei Ihrer Arbeit?

Wenn ich Besucherinnen und Besucher für die Natur begeistern kann, zum Beispiel bei Gruppenführungen oder Rad- und Kanutouren um und auf dem Steinhuder Meer. Der direkte Kontakt zu den Gästen und die Gespräche mit den Menschen vor Ort sind mir wichtig. Ganz besonders sind auch die Besuche bei den Junior Rangern. Ein Umweltbildungsprogramm des Naturparks, das 2014 aus einer Ferienaktion entstanden ist. Zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder mit der Umweltpädagogin im Grinderwald auf Spurensuche sind, ist immer wieder ein Highlight meiner Arbeit.

Zum Abschluss: Was sollte man nicht verpassen im Naturpark?

Für Frühaufsteher lohnt ein Spaziergang im Moor bei Frühnebel, besonders wenn das Wollgras blüht oder Paarungszeit der Moorfrösche ist. Dann verfärben sich die Männchen für zwei bis drei Wochen blau. Abends sind die Sonnenuntergänge auf der Insel Wilhelmstein sehr romantisch. Spannend zu beobachten ist auch der Seeadler bei der Aufzucht seiner Jungen. Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen brütet er wieder erfolgreich. Der Horst ist vom Rundweg aus durch das Fernglas an der Südbachbrücke gut zu sehen.