Kalendertürchen 22 | Naturpark-Adventskalender

Bäume im Winterschlaf?

Wie überstehen Pflanzen den Winter?

Hinter Türchen Nummer 5 haben wir den Unterschied zwischen Winterschlaf, Winterruhe und Winterstarre erklärt, doch da haben wir uns nur auf die Fauna bezogen. Wie sieht es denn in der Flora aus? Gehen Pflanzen auch in einen Winterschlaf oder in eine Winterruhe?

Nein, nicht wirklich, aber man kann sagen, dass sie in eine Art "Energiesparmodus" übergehen. Dieser äußert sich zum Beispiel im Verfärben und Abwerfen der Blätter. Im Sommer nehmen Sie über das Chlorophyll Nährstoffe auf, doch im Winter scheint die Sonne seltener, also versorgt der Baum seine Blätter nicht weiter mit Wasser und Nährstoffen und wirft sie ab. Außerdem schützt er sich so vor dem Druck, der durch fallenden Schnee auf die Äste entsteht. Im Sommer produzieren die Blätter so viel Zucker, dass dieser eingelagert werden und als Vorrat für den Winter dienen kann. 

Baum im Energiesparmodus

Die Rinde schützt den Baum bekanntermaßen vor Schäden, doch wie sieht es im Inneren aus? Ähnlich wie beim Wasser im Auto bildet der Baum eine Art Frostschutzmittel aus Zucker und Eiweißstoffen. 

Die kalte Jahreszeit lässt sich beim Fällen sogar anhand der Jahresringe im Bauminneren erkennen. Im Frühjahr, während des Wachstums, bildet sich helles Holz, im Winter dunkles. Durch den Frost kann der Baum kein Wasser mehr aus dem Boden ziehen und stellt deshalb sein Wachstum ein.

Warum Laubbäume ihre Blätter abwerfen ist jetzt klar, aber warum tun Nadelbäume das nicht auch? Die Nadeln der Nadelbäume können durch ihre feste Oberhaut und dicke Wachsschicht besser Wasser speichern. Außerdem ist ihre Blattoberfläche kleiner und kompakter als die von Laubbäumen, was zusätzlich vor zu viel Wasserverdunstung schützt. Die einzige Ausnahme unter den Nadelbäumen bildet nur die Lärche, die auch im Herbst ihre Nadeln abwirft.