Im Naturpark Steinhuder
Meer wird der Anspruch des Menschen, sich in der Natur zu erholen, nicht
in Frage gestellt. Naturschutz darf nicht als Mittel gegen den Menschen
eingesetzt werden.
Die Region Hannover als Träger
des Naturparks hat sich von Anfang an zur Aufgabe gemacht, nicht durch
Verbote ein Betreten von empfindlichen Landschaftsteilen zu verhindern,
sondern durch Angebote für den Erholungssuchenden das gleiche Ziel
zu erreichen. Trotz
der relativ starken Ausrichtung der Entwicklung am Steinhuder Meer auf
die Belange der erholungssuchenden Bevölkerung wurden in der Vergangenheit
zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die typische und prägende
Landschaft in ihrer Einzigartigkeit zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Dazu gehören u.a. die Verbesserung der Lebensbedingungen für
Wat- und Wasservögel sowie für die Zugvögel im „Brut- und
Rastgebiet Meerbruch“ im Westen des Steinhuder Meeres sowie die beispielhafte
Regeneration von industriell abgetorften Moorflächen östlich
des Steinhuder Meeres. Beide Projekte wurden im Rahmen der Weltausstellung
„EXPO 2000“, verbunden mit einer qualifizierten Informationstätigkeit,
einer breiten Weltöffentlichkeit vorgestellt. Darüber hinaus
wollte die Region darstellen, wie sich der „Naturpark Steinhuder Meer“
mit seiner zentralen Wasserfläche zu einer „Beispiellandschaft“ entwickelt
werden kann.
Um die einzigartige Landschaft
rund um das Steinhuder Meer in ihrer Natürlichkeit zu sichern, ist
sie frühzeitig unter Natur- und Landschaftsschutz gestellt worden.
65 % des gesamten Ufers sind Naturschutzgebiete. Besonders diese Uferzonen
werden durch die Erholungssuchenden am Wochenende sehr stark belastet.
Der Ausflugsverkehr, der sich auf das Nord- und Südufer konzentriert,
strahlt auf die unmittelbar benachbarten Landschafts- und Naturschutzgebiete
aus. Damit kommt der Lenkung des Besucherverkehrs eine besondere Bedeutung
zu, um die zwangsläufig auftretenden Konflikte zwischen Freizeitnutzung
und Naturschutz so gering wie möglich zu halten. Um der Gefahr
der Zerstörung der typischen Landschaft am Steinhuder Meer zu begegnen,
wurde vom Naturpark ein Rundwanderweg (Länge rd. 30 km) um das gesamte
Steinhuder Meer angelegt. Damit ergibt sich die Möglichkeit, den See
in seiner Gesamtheit zu umwandern bzw. mit dem Fahrrad zu umfahren.Zusätzlich
zu diesem Weg wurde ein System von Promenaden, Brücken, Stegen, Beobachtungsplattformen
und Beobachtungstürmen errichtet. Durch diese gezielten Angebote („Honigpott-System“)
gelangt der Besucher am Steinhuder Meer u.a. auch unmittelbar in landschaftlich
besonders reizvolle Teile von Naturschutzgebieten und kann von Türmen
aus direkt in die empfindlichen Bereiche hineinsehen, um z.B. Tiere zu
beobachten oder von exponierten Standorten den Betrieb auf dem Steinhuder
Meer auf sich wirken zu lassen |